SGS zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein - 1:0-Sieg gegen Werder Bremen

Die Stimmung war schon vor dem Spiel ausgelassen und erwartungsvoll. Als Stadionsprecher Frank Wälscher die Mannschaften bekannt gab, die die Spielerinnen beim Einlaufen ins Stadion begleiten, jubelten die mitgereisten Eltern der U9 von JSG Grimlinghausen-Norf und der U9/U11 von SV Fortuna Seppenrade begeistert in der sich füllenden Hafenstraße.
Bei der Aufstellung der SGS auf der Videowand war das Stadion hellwach. Lautstark wurde der Name jeder Spielerin von den 1.027 Fans genannt. Essens Nr. 25, Vivien Endemann, war es am Ende vorbehalten, dass ihr Name gleich zweimal frenetisch bejubelt wurde. Sie verwandelte in der 73. Spielminute einen Elfmeter und erzielte damit den Siegtreffer. Die Fans ließen sich das Feiern nicht mehr nehmen. Die SGS steht damit im Viertelfinale des DFB-Pokals, einem Wettbewerb, den sie gerne spielt. Es war ein toller Fußballnachmittag an der Hafenstraße.

Leichte Vorteile für die SGS in Halbzeit 1

Beide Teams erreichten durch Auswärtssiege Anfang September das Achtelfinale im DFB-Pokal. Einen besonderen Reiz bekam das Spiel auch dadurch, dass sich beide Kontrahenten in 14 Tagen erneut gegenüberstehen. In der Bundesliga ist es dann aufgrund der Tabellenkonstellation ein sogenanntes „6-Punkte-Spiel“. Die Begegnung heute war jedoch nicht minder wichtig. Es ging nur hopp oder top. Ohne einen Gewinner geht hier keiner nach Hause.

Bremen begann forsch. Werder-Trainer Thomas Horsch sagte in der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass sein Team es in der ersten Halbzeit mit vielen guten Ansätzen gar nicht so schlecht gemacht habe, aber auch nicht so gut, dass es für einen Torerfolg reichte. Unser Coach Markus nahm den Ball des Kollegen auf und lobte die gemeinsame gute Defensivarbeit insbesondere von Lena Ostermeier und Kapitänin Jaqueline Meißner.

Die SGS zeigte sich zwischendurch immer wieder mal vor dem Bremer Tor. Nach 10 Minuten war es Julia Debitzki, die nach einer guten Hereingabe von Ella Touon den Ball knapp neben den Pfosten setzte. Sieben Zeigerumdrehungen später war es eine Dreierkombination von Natasha Kowalski, Ramona Maier und schlussendlich Vivien Endemann. Doch ihr Abschluss geriet etwas zu hoch. Danach verflachte das Spiel. Acht Minuten vor dem Halbzeitpfiff waren es die Gäste mit einem Versuch, dessen Schärfeansatz die zurückgelaufene Laureta Elmazi jedoch im Keim erstickte. Und weil auch die verpuffte, ging es torlos in die Kabine.

Furiose zweite Halbzeit der SGS

Mit Wiederanpfiff schien ein anderes SGS-Team auf dem Platz zu stehen. Was jetzt kommen sollte, nahm die Zuschauer auf den Tribünen vollends mit. Es war ein Chancenfeuerwerk, das die SGS nun abbrannte. Es war aber ein Chancenwucher sondergleichen, den sich die Gastgeberinnen erlaubten. Bremen war jedoch nicht in der Lage, diesen zu bestrafen. Das musste auch Thomas Horsch anerkennen: „In der zweiten Hälfte hatten wir keine Chance mehr, das Spiel zu gewinnen.“

Angriff auf Angriff rollte auf das Werdertor. Aber kurz davor war immer Schicht im Schacht. Entweder war ein Werderbein – wahlweise auch eine Hand, wenn die Torhüterin beteiligt war – im Weg oder der Ball flog am Tor vorbei oder übers Tor drüber. Es war zum Verzweifeln.
Und der Minutenzeiger auf der Uhr drehte sich unbarmherzig weiter. Bis eine Hand einer Bremer Verteidigerin dort war, wo sie nicht sein sollte: Am Trikot der eingewechselten Annalena Rieke. Essens Nr. 17 ging im Strafraum zu Boden und die Pfeife von Schiedsrichterin Katrin Rafalski, die mit ihren Assistentinnen Nadine Westerhoff und Annika Kost an den Seitenlinien eine sehr gute Spielleitung zeigte, zu ihrem Mund. Ein lauter Pfiff ertönte und die Hand ging Richtung Elfmeter. Vivien Endemann trat an und verwandelte sicher zum längst überfälligen 1:0.

Doch noch waren 17 Minuten zu spielen. Bremen reagierte und wollte den schnellen Ausgleich. Sie bekamen ihre Chance. Doch SGS-Torhüterin Sophia Winkler vereitelte die größte Gästemöglichkeit des Spiels in eine Klassemanier. In der Folge ließen die Hausherrinnen weitere dicke Gelegenheiten aus, das Spiel endgültig in ruhigere Fahrwasser zu bringen. Selbst ein weiterer Elfmeter, den Maria Edwards verschoss, konnte nicht die vorzeitige Entscheidung bringen.
Und so mussten Spielerinnen, Trainer und Zuschauer bis zum Abpfiff nicht nur wegen der Kälte zittern. Doch dann brachen alle Dämme. Der Jubel war groß und der Fußballnachmittag an der Hafenstraße ein schöner, zumindest beim größten Teil der Fans.

SGS-Coach zog ein positives Fazit: „Ich bin froh, dass wir heute nach dem Potsdam-Sieg nachlegen konnten. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auf dem richtigen Weg ist.“

SGS Essen:
Winkler – Touon, Meißner, Ostermeier, Sterner – Kowalski (66. Rieke), Pfluger (66. Piljic), Debitzki (66. Berentzen) – Maier (90. Baaß), Elmazi, Endemann (85. Edwards)

Zuschauer: 1027
Tor: 1:0 Endemann (73., Foulelfmeter)
Besonderes Vorkommnis: Edwards verschießt Foulelfmeter (90.+8)

© SGS-Bericht

Zurück

Last update: 20.02.2020 - 21:42