Aktuelles rund um die Mannschaften

Traum vom Finale endet für die SGS Essen früh - WAZ vom 15.04.2018

Wolfsburg.   Die SGS zeigt im Halbfinale beim hohen Favoriten VfL Wolfsburg zu viele Schwächen in der Abwehr und unterliegt mit 1:4.

Aus der Traum von Endspiel in Köln: Für den Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen erwies sich der VfL Wolfsburg im Halbfinale erwartungsgemäß als eine Nummer zu groß. Beim 4:1-Erfolg des Double-Siegers waren die Hoffnungen der Gäste auf eine Sensation schnell dahin. Nach einer starken Anfangsphase schlug der Favorit eiskalt zu, ließ aber die tapfer kämpfenden Essenerinnen nach einer 3:0-Führung fast noch einmal ins Spiel zurückkommen.

„Von hinten sah es so aus, als wäre es ein Elfmeter gewesen“, sagte Essens Sara Doorsoun nach Abpfiff. Sarah Freutel war beim Versuch, VfL-Torfrau Schult zu umkurven, zu Fall gekommen. Der Pfiff blieb aus. Eine zumindest strittige Entscheidung, denn einen Kontakt hatte es gegeben. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:3. Und es wäre wohl eine heiße Schlussphase geworden. So aber musste Doorsoun letztlich die Chancenverwertung des VfL loben: „Sie waren gnadenlos effektiv.“

Essenerinnen überraschten mit hohem Pressing

Vom Anpfiff weg gaben die Essenerinnen Vollgas und attackierten den Gegner tief in dessen Hälfte. Ein derart hohes Pressing hatte der VfL wohl nicht erwartet. VfL-Innenverteidigerin Fischer zumindest schien überrascht, als Turid Knaak sie schon im eigenen Strafraum unter Druck setzte: Der geblockte Befreiungsschlag landete bei Jacqueline Klasen, deren Abschluss aus elf Metern knapp das Wolfsburger Tor verfehlte.

Der VfL verstand es als Warnung und stellte sich besser ein. Die linke Essener Abwehrseite hatte der Liga-Primus ganz offensichtlich als Schwachstelle ausgemacht und spielte hier seine Schnelligkeitsvorteile aus. Nach einem langen Ball von Fischer sah Essens Irini Ioannidou von Pajor nur noch die Hacken, den Querpass schob Hansen freistehend ein: 0:1. Die SGS bezahlte den Preis für ihr hohes Pressing und kassierte ein Kontertor.

Und Pajor entwickelte sich zur Schlüsselspielerin für den VfL auf dem Weg ins Finale. Fünf Minuten vor der Pause ließ die Polin Essens Marina Hegering stehen, verfehlte aber das Ziel. Sehr zum Ärger der mitgelaufenen Popp im Zentrum. Zwei Minuten später aber legte Pajor quer, Harder schob ein zum 2:0. Die gesamte Abwehrleistung der SGS, war nicht finalwürdig.

„Da haben wir uns schlecht verkauft. Wir sind riesig enttäuscht“, meinte Doorsoun. Vor allem Ioannidou hätte auf der linken Abwehrseite dringend Hilfe benötigt. So aber gab es nach Wiederanpfiff das gleiche Bild: Wieder war es Pajor, die diesmal beide Essener Innenverteidigerinnen aus dem Zentrum lockte, sich durchsetzte und abermals Harder bediente: 0:3. Drei identische Gegentore.

Sarah Freutel verkürzte noch auf 1:3

Ein bitterer Nachmittag war es für Essens Torfrau Lisa Weiß, die jeweils chancenlos war. Doch sie konnte sich noch auszeichnen: Gegen Harder und Gunnarsdottir verhinderte sie die Klatsche. Den klaren Sieg vor Augen wurde der VfL etwas nachlässig. Manjou Wilde hatte das Auge für Sarah Freutel, die freistehend auf 1:3 verkürzte. Die Essenerin, die erst zwei Minuten zuvor eingewechselt wurde, hatte der VfL nicht auf dem Radar.

Und das hätte gefährlich werden können. Denn Lea Schüller schlug einen Traumpass auf Freutel, die aber keinen Elfmeter bekam. Statt einer heißen Schlussphase machte Gunnarsdottir den Deckel drauf. Die Flanke kam von Goeßling, erneut über die linke Abwehrseite.

VfL Wolfsburg - SGS Essen 4:1 (2:0)

SGS: Weiß – Ioannidou, Hegering, Doorsoun, Klasen – Feldkamp (77. Nesse), Lehmann, Wilde, Knaak (56. Freutel) – Dallmann (56. Aynomi) – Schüller.
Tore: 1:0 Hansen (16.), 2:0 Harder (42.), 3:0 Harder (46.), 3:1 Freutel (58.), 4:1 Gunnarsdottir (82.).

Von Benedikt Burgmer

Zurück