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SGS Essen machte in der Liga den nächsten Schritt - WAZ vom 02.07.2018

Essen.   Neu-Manager Philipp Symanzik erlebte eine aufregende erste Saison. Mit 39 Punkten erzielte die Essenerinnen einen neuen Bestwert.

Für Philipp Symanzik war es eine aufregende erste Saison bei der SGS Essen. Erst im Sommer kehrte er zurück, arbeitete ein halbes Jahr an der Seite von Macher Willi Wißing und übernahm die Verantwortung als alleiniger Manager des Frauenfußball-Bundesligisten zur Rückrunde. Die Fußstapfen waren groß, doch Symanzik benötigte keine Anlaufzeit und blickt zufrieden auf seine erste Spielzeit als Hauptamtlicher zurück. Sportlich hätte es kaum besser laufen können.

Als Fünfter kam die SGS bekanntlich über die Ziellinie. „Aber der Tabellenplatz ist nur ein Indiz für unseren Erfolg.“ 39 Punkte bedeuteten in der 14. Erstliga-Saison einen neuen Bestwert. Gleichzeitig gelang es den Essenerinnen erstmals, den 1. FFC Frankfurt hinter sich zu lassen. Der Abstand zur Liga-Spitze ist deutlich kleiner geworden: Gegen Freiburg, Frankfurt und Potsdam fuhr die SGS Siege ein, den FC Bayern hatte Schönebeck zumindest am Rande der Niederlage.

Nur Wolfsburg blieb eine Nummer zu groß

Nur der alte und neue Meister VfL Wolfsburg blieb eine Nummer zu groß. Diese Erfahrung machten die Essenerinnen nicht nur in der Liga, sondern auch im Halbfinale des DFB-Pokals. „Wir haben den nächsten Entwicklungsschritt gemacht“, findet Symanzik. Und das gilt sicher auch für einige Spielerinnen: Linda Dallmann ist so etwas wie das Gesicht des Erfolgs. Zwölf Treffer erzielte die Mittelfeldstrategin, 13 weitere legte sie auf. Zudem wurde sie als „Nationalspielerin des Jahres 2017“ ausgezeichnet.

„Linda hat eine wahnsinnige Saison gespielt und ist für den Verein unfassbar wichtig, weil sie auch außerhalb des Platzes herausragend ist. Und alles ohne Starallüren“, schwärmt Symanzik. Aber nicht nur Dallmann spielte eine starke Rückrunde. Turid Knaak und Lea Schüller lieferten ebenfalls ordentlich Offensivspektakel ab und festigten ihre Plätze in der Nationalmannschaft. Am Verbleib des Offensivtrios gibt es derzeit keine Zweifel. Gerne würde sie der Verein aber langfristig binden.

So wie Jacqueline Klasen, die bis 2022 unterschrieb. „Wir sind permanent in Gesprächen und wollen eine gemeinsame Perspektive erarbeiten. Dabei setzen wir auf viel mehr Faktoren als nur Geld“, erklärt Symanzik. Möglicherweise hilft dabei der Ausblick auf die kommende Saison. Denn die SGS strebt nach mehr. „Klar wollen wir die Top-Klubs noch mehr ärgern und auch mal wieder beim Pokalfinale in Köln dabei sein. Dafür müssen wir uns stetig weiterentwickeln, ohne etwas übers Knie zu brechen.“

Trainer Daniel Kraus spielt dabei eine wichtige Rolle. Viele Verletzungen stimmten ihn während der Hinrunde nachdenklich. Er arbeitete an der Trainingssteuerung und lieferte die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte ab. „Daniel hat durch sein ebenfalls noch junges Alter eine hohe emotionale Verbundenheit zur Mannschaft. Er und sein Trainerteam sind zudem detailversessen und machen sich unglaublich viele Gedanken, gerade was die Taktik betrifft“, gewährt Symanzik Einblicke.

Trainingsbedingungen suboptimal

Neben den sportlichen Zielen gilt es auch die Infrastruktur zu verbessern, um langfristigen Erfolg sicherzustellen. Vor allem die Trainingsbedingungen waren für die Bundesliga-Fußballerinnen einmal mehr suboptimal: „Nach dem Sommer mussten wir wieder zwischen Hallo, Wedau und der Soccerhalle pendeln.“ Sein Wunsch: Einen Trainingsplatz für die ganze Saison. Gerne würde man dafür die Sportanlage an der Raumerstraße nutzen.

Positive Signale seitens der Stadtspitze hat Symanzik bereits erhalten. Ganz ohne Umbaumaßnahmen würde das aber nicht funktionieren. Ein Platz müsste dort wohl von Asche in Kunstrasen verwandelt werden. „Denn wir möchten dort in guter Nachbarschaft gemeinsam mit den weiteren Vereinen trainieren und niemanden verdrängen“, erklärt der Manager.

Startschuss in die 15. Saison am 16. September
Am 14. Juli nimmt die SGS Essen die Vorbereitungen für die kommende Saison wieder auf. Bis dahin soll der Kader noch durch drei Neuzugänge komplettiert werden.
Der Startschuss zur 15. Erstliga-Saison fällt am 16. September. Das erste Pflichtspiel aber bestreitet die SGS im DFB-Pokal schon eine Woche vorher. Die Gegner stehen jeweils noch nicht fest.

Von Benedikt Burgmer

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